Approtime – die Zeit meines Lebens

Ich habe über 3 Jahre für Approtime gearbeitet und es war das Beste, was ich je tun konnte.
Am Anfang ist es extrem aufregend: Mich haben einige Fragen beschäftigt: Was wird das wohl werden? Komme ich überhaupt zurecht in den fremden Apotheken? Mit den verschiedenen Computersystemen? Werde ich mich mit den Kollegen vor Ort verstehen? Wie und wo werde ich schlafen?


Schon in meinem ersten Einsatz wurde ich gefordert, weil ich das erste Mal in einer hoch frequentierten Center-Apotheke stand…aber die Kollegen waren nett und haben mir stets geholfen. Mit der Zeit bin ich viel sicherer und selbstbewusster geworden und fand es richtig toll, dass ich immer genauer wusste, welche Fragen am Anfang zu stellen sind! Es ist unglaublich, wie verschieden die Apotheken sind, obwohl der Grundablauf doch überall der Gleiche ist. Bis zum Schluss fand ich immer den ersten Tag in einer neuen Apotheke anstrengend, denn das ist der Tag der Einarbeitung, an dem man häufig nicht so richtig weiß: wer, was, wann, wo? Ich glaube das geht allen Kollegen so und wenn man längere Zeit bei Approtime arbeitet, kommt man auch immer mal wieder in schon bekannte Apotheken! Ich fand es immer spannend den neuen Einsatzplan zu kriegen und meine Wochenenden danach zu planen! Ich habe in den letzten Jahren so viel von Deutschland gesehen, wie es wohl kaum jemand ohne Approtime hinkriegt. Und nicht nur das; ich konnte mir auch sehr viele Reiseträume erfüllen, unter anderem eine kleine Weltreise über ein halbes Jahr. Das funktioniert bei keinem anderen Job und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit hatte.
Natürlich ist nicht alles rosarot. Es kommen auch heikle Situationen in den Apotheken vor: z. B. immer wieder Diskussionen über Abgaben ohne Rezept. Wirklich schlaflose Nächte hatte ich, als ich die Aufgabe bekam, eine Morphinpumpe aseptisch zu befüllen, weil das ja immer die Chefin macht und keiner weiß, wie`s geht! Tja, ich auch nicht! Die erste Maßnahme in einem solchen Fall: Herrn Gerlach anrufen! Es hat mir immer Sicherheit gegeben, zu wissen, dass ich nicht allein dastehe und jederzeit bei ihm anrufen kann, wenn es problematisch wird! In einer anderen Apotheke mit vielen Substitutionspatienten war ich die letzte Stunde am Samstag allein; natürlich kommt genau dann ein Substitutionspatient zur Neueinstellung und bringt mich ins Schwitzen. Solche Situationen kommen aber echt selten vor.
Es kann schon mal passieren, dass die Unterkunft sehr beengt und spartanisch ist; dafür hat man dann im nächsten Einsatz eine tolle Ferienwohnung. Man sitzt eben abends meistens allein da. Das ist im Sommer kein Problem; da geht man spazieren oder setzt sich an einen See… aber im Winter kann das ziemlich öde werden.
Die Sonntage vor den Einsätzen gehören der vollgestopften Autobahn; ich hatte das Pech mich immer im Pendlerverkehr anstellen zu dürfen. Da ist es von Vorteil, wenn man gern Auto fährt.
Ich war immer mit dem Auto unterwegs und für alle Eventualitäten gerüstet: ein „Küchenkorb“ mit den notwendigsten Utensilien: Gewürze, Schneidbrett, scharfes Messer, Käsereibe und Wasserkocher , Klamotten für mehrere Wochen, Handtücher, mein eigenes kuschliges Kopfkissen, Laptop inkl. Mobilem Internetstick, mehrere Bücher, Sport-und Wandersachen, im Sommer Zelt, im Winter Skiausrüstung; man kann ja nie wissen, was sich unterwegs so ergibt ? und immer eine kleine Ration Notfallessen für den ersten Tag! Dem Tipp einer Vorgängerin mit dem mobilen Schuhschrank hinter dem Fahrersitz bin ich auch gefolgt… und kann es nur weiterempfehlen. Außerdem ist es echt sinnvoll sich Notizen zu jeder Apotheke zu machen (auch Namen der Mitarbeiter), weil man spätestens nach dem zehnten Einsatzort den Überblick verliert.
Die Treffen mit den Kollegen zweimal im Jahr waren für mich immer ein Highlight, weil man da alle Mitstreiter kennenlernen und sich unter Gleichgesinnten austauschen kann. Ich kann nur jedem raten: lasst euch darauf ein! Für mich war Approtime eine wahnsinnig spannende, aufregende und vor allem auch lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte.
Ich habe mich jetzt entschlossen eine feste Stelle anzutreten, weil es nach über 3 Jahren anstrengend geworden ist, ständig unterwegs zu sein. Ich verlasse die Firma mit einem lachenden und einem weinenden Auge und kann nur sagen: Machen Sie weiter so! Vielen Dank für die Zeit mit Ihnen!


Juni 2012
H.M.