Approtime Erfahrungsbericht 

Im Januar des Jahres 2011 habe ich mich während des Zusammenschreibens meiner Dissertation entschlossen, als Vertretungsapotheker bei Approtime zu starten.
Im Rahmen meiner Doktorandenzeit konnte ich bereits auf einige Vertretungen zurückblicken, jedoch waren mir die Teams gut bekannt und die Dauer hatte in der Regel auch nie mehr als zwei Wochen überschritten. Daher war ich auch sehr gespannt auf die ersten Einsätze in völlig unbekannten Apotheken.

Meine größte Sorge bestand anfangs darin, ob ich als Chefvertretung anerkannt werde und meine pharmazeutischen Kenntnisse für die Beratungen ausreichen. Diese Furcht entpuppte sich allerdings als unbegründet. Eine sinnvolle Vorbereitung sollte dennoch erfolgen, daher empfehle ich für Quereinsteiger den Bereich der Selbstmedikation intensiver zu studieren und aktuelle Geschehnisse auf gängigen Internetplattformen zu verfolgen. Und sehr wichtig: Immer natürlich bleiben und Ruhe ausstrahlen. Niemand erwartet bei einer Vertretung jemanden, der die Apotheke alleine schmeißt und weiß wo alles steht. Jede Apotheke hatte ihre Besonderheit, daher am besten einen Mitarbeiter als Ansprechpartner wählen, der möglichst häufig in der Woche anwesend ist. Grundsätzliche Fragen habe ich immer am Anfang gestellt. Daher wichtig: Einen Notizblock immer in der Kitteltasche mitnehmen und MITSCHREIBEN! Ohne die MITARBEITER ist man bei bestimmten Situationen aufgeschmissen.
Die ersten Einsätze verliefen sehr entspannt und ohne Probleme. Die Teams waren alle sehr nett und unterstützten einen auch bei den Kassensystemen. Hilfreich waren hier vor allem die Vorberichte anderer Approtimer, so dass man gut vorbereitet die Vertretungen durchführen konnte. Und wenn man mal auf dem Schlauch stand, so konnte man Herrn Gerlach immer anrufen und um Rat bitten.
Hauptaufgabe war natürlich der Handverkauf und die Kontrolle der Rezepte. Bei einigen Apotheken kam auch das Geld zählen aus der Kasse und Dokumentationen dazu. Brenzlige Situationen kamen bei meinen Einsätzen zum Glück nicht vor. Besonders nervig waren die ständigen Diskussionen der Kunden über Rabatt-Arzneimittel, bei denen man einen großen Schluck Geduld brauchte. Die Pausenregelungen wurden sehr unterschiedlich gehandhabt. Angenehm waren aus meiner Sicht Apotheken mit fester Mittagspause. So konnte man in aller Ruhe was essen und ein wenig abschalten.
Insgesamt war ich in neun Apotheken tätig, verteilt auf fünf Bundesländer. Das Feedback der Apothekenmitarbeiter war sehr gut und es gab während der gesamten Zeit keinen Grund für Beschwerden. Die Anreisen starteten häufig schon am Sonntagabend, so dass es dann immer Abschied nehmen hieß. Da ich den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht traute und zu manchen Einsatzorten keine Odyssee mit mehreren Umsteigeprozeduren erdulden wollte, reiste ich mit dem Auto an.
Die Größe der Unterkünfte reichte von kleinen Notdienstzimmern bis zu geräumigen Apothekeninhaberhäusern. In einem Fall hatte ich auch in einem Hotel übernachtet. Von den Landschaften konnte ich so gut wie nichts mitnehmen, da es nach Dienstschluss meist schon recht spät für Erkundungstouren war.
In den dienstfreien Wochen habe ich ausreichend Zeit gehabt, um mich meiner Dissertation zu widmen.
Folgendes sollte man zur Vertretung dabei haben:
- Geld (nicht immer ist ein Bankautomat in der Nähe)
- Handy mit gutem Tarif bzw. Flat
- Stadtplan
- Wasserkocher
- Handtücher
- Getränke –
Knabbereien
- saubere Ersatzkittel
Generelle Empfehlung:
- Anmeldung bei Rote Liste Online (kostenlos mit DocCheck)
- Deutsches Apothekenportal
- Selbstmedikation für die Kitteltasche
- Fakten Arzneimittel (aktuelle Ausgabe)
- Erfahrungsaustausch mit Kollegen
- Bei tel. Kontakt mit der Apotheke möglichst Anreiseort und -Zeit klären und wichtige Besonderheiten erörtern, wie Rezeptabholung und Notdienste
Vorteile:
- man lernt viel aus den Apotheken (Kassensysteme, Organisation, Abläufe)
- Flexibilität durch ständig neue Einsatzorte
- erweitert den Erfahrungsschatz (Wissen, Mitarbeiterführung)
- bei Einsatzplanung werden Wünsche des Mitarbeiters berücksichtigt
Nachteile:
- von den Örtlichkeiten bekommt man meist nicht viel mit
- nach Dienstschluss ist man häufig alleine in der Unterkunft
- bei langen Reisezeiten vom Einsatzort hat man häufig nur den halben Samstag und den halben Sonntag zum Entspannen zu Hause
Fazit:
Wer eine neue Herausforderung sucht, ist bei Approtime sehr gut aufgehoben. Für die eigene Apotheke erhält man durch die Vertretungszeit sehr wertvolle Einblicke, die man nicht durch jahrelange Arbeit in ein und derselben Apotheke gewinnen kann.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Frau Gerlach-Braun, Frau Honer und Herrn Gerlach für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken. Besonders meine ständigen Terminänderungen bei der Promotionsverteidigung haben es bestimmt nicht leicht gemacht, meine Vertretungseinsätze zu planen. Daher möchte ich mich für die tolle Unterstützung und Rückendeckung bedanken.
Alles Gute und weiterhin viel Glück und Erfolg!
S.A.-K.