Eine Reise von Ostsee bis Bodensee 

Nach meinem dritten Staatsexamen trat ich mit viel Aufregung und einem bisschen mulmigen Gefühl meine erste Stelle „in freier Wildbahn“ bei Approtime an.
Mir gefiel die Idee, immer wo anders zu sein und verschiedene Apotheken, Kassensysteme und Arbeitsweisen kennenzulernen.
Der erste Einsatz führte mich in ein winziges Dorf im Sauerland und ich erlitt mit der Apotheke quasi einen Kulturschock. Ich kam vom praktischen Jahr in einer großen Innenstadtapotheke mit über hundert Stunden Wochenöffnungszeit in diese kleine Apotheke und bekam einen Arbeitsplan über 37,5 Stunden ausgehändigt.


Es war ein gemütliches Arbeiten mit unheimlich netten, hilfsbereiten Kolleginnen, die gelassen mit der Tatsache umgingen, dass sie es mit einem absoluten Neuling im Apothekengeschehen zu tun hatten. Doch nicht immer erwiesen sich die Kollegen vor Ort als pflegeleicht. So bekam ich es eines schönen Tages in einer Thüringer Dorfapotheke mit der aussterbenden Spezies Pharmazieingenieur zu tun. Sie verteidigte mit gefletschten Zähnen ihr Revier und passte auf wie ein Schießhund, ob ich auch nur den kleinsten Fehler machte.
So verschieden die einzelnen Apotheken sind, so verschieden sind auch ihre Chefs, (die man ja häufig gar nicht zu Gesicht bekommt). Wo der eine jeden zweiten Tag anruft und nachfragt, ob noch alles in Ordnung ist oder ob ich noch etwas brauche, verlangt der nächste die Anreise morgens vor Arbeitsbeginn, um eine Nacht in der Pension zu sparen, und das bei einer Anfahrt von über 700km.

Insgesamt war es überall relativ leicht sich einzufügen, da die meisten Kollegen sehr entgegenkommend waren und viele der Apotheken bei Approtime bereits bekannt waren, sodass man ungefähr erahnen konnte, was einen erwartete. Außerdem hat es mir sehr geholfen jeden Einsatz fertig geplant vorgesetzt zu bekommen. Die einzige Aufgabe, die es Vorab zu erledigen galt, war mit dem Apothekenchef über eventuelle Aufgaben zu sprechen und dann noch anzureisen. Meistens ist man vor Ort für die Kunden zuständig gewesen, während alle anderen anfallenden Arbeiten von den restlichen Kollegen übernommen wurden, die mit den verschiedenen Abläufen im entsprechenden Betrieb vertraut waren.
Ein netter Nebeneffekt war, dass man viel von Deutschland kennengelernt hat. Mich hat es von Stralsund über Forchtenberg (Sophie Scholls Geburtsort) bis an den Bodensee verschlagen. Es war neben der Arbeit immer genügend Zeit, die Gegend zu erkunden und etwas Spannendes zu entdecken.
Alles in Allem kann man sagen, dass ich in dem halben Jahr bei Approtime sehr viel gelernt habe und die Zeit insgesamt als sehr positiv erlebt habe. Trotzdem war es schwer, auf Dauer aus dem Koffer zu leben, jede Woche in einem anderen Bett zu schlafen und in der eigenen Wohnung nur noch zu Besuch zu sein.
Als ich dann begann, mit einem Plüscherdferkel abendfüllende Gespräche zu führen, wusste ich, dass es Zeit war, wieder eine Stelle anzutreten, bei der ich abends nach Hause gehen kann.
Trotzdem möchte ich mich auch auf diesem Weg noch einmal für die gute Zusammenarbeit zu bedanken!
S. L.